Waldenserkirche

 
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Waldenserkirche

Um 1705 wird in Nordhausen ein erstes Kirchengebäude (Tempel) erwähnt. Vermutlich handelte es sich bei diesem ersten Gebäude um eine Baracke, da erst nachträglich (1708) Fenster eingesetzt wurden. Mehrere Bitten um Zuschüsse für einen Kirchenneubau wurden zwar abgelehnt, dennoch entschloss sich die Gemeinde 1720 zu einem Neubau, der am 25. Mai 1721 eingeweiht wurde. Aber die waldensische Frömmigkeit war ja auch keine Kirchengebäude gewohnt: Oft genug hatten sie sich in ihrer Heimat treffen müssen zum Gottesdienst in Privathäusern, im Freien an versteckten Orten, in Höhlen. Doch nun, in der Zuflucht der neuen Heimat, bauten sie sich ein bescheidenes Gotteshaus, fast eine grössere Hütte nur. „Siehe da, die Hütte Gottes unter den Menschen“ schrieben sie daher über den Eingang.

Im Jahr 1820 wurde das baufällig gewordene Hüttenkirchlein abgerissen und ein neuer Tempel gebaut. Die Inschrift sollte bis heute bleiben. "Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen“. Der Tempel wurde am 18. November 1821 von Pfarrer Mulot geweiht. Der Betsaal und der untere Turmteil sind aus Stein gebaut. Der obere Turmteil sowie der Giebelbereich des Kirchensaales sind Fachwerkkonstruktionen. Das Fachwerk wurde überputzt und erst nach der Renovierung nach dem 2. Weltkrieg freigelegt. Im Innern führten zwei Treppen auf die Empore, der Tempel hatte in der reformierten Tradition einen hölzernen Abendmahlstisch und eine Kanzel mit Schalldeckel. Erst 1823 wurde mit der Eingliederung der württembergischen Waldenser in die evangelisch-lutherische Landeskirche aus dem Tempel die heutige Waldenserkirche. Die Kirche besaß eine Glocke, die bereits im alten Tempel ihren Dienst tat, diese zersprang jedoch 1827 und musste in Ludwigsburg umgegossen werden. In der Zwischenzeit wurde eine Ersatzglocke beschafft, die auch nach der Installation der reparierten Glocke weiter benutzt wurde, so dass ab 1828 zwei Glocken in Gebrauch waren. 1846 wurde eine gebrauchte Kirchenorgel angeschafft, die jedoch 1882 schon unbrauchbar war. Auch hier war die Finanzierung einer neuen Orgel lange in der Schwebe, so dass diese erst 1884 angeschafft werden konnte. 1862 stiftete der Schultheiß und Kirchenälteste Jean D. Mayer einen steinernen Altar. 1875 folgte eine dritte Glocke und 1876 eine neue Kirchturmuhr mit Schlagwerk. Diese Uhr erwieß sich als unzuverlässig und wurde 1897 durch eine neue Uhr des Uhrenfabrikanten Perrot aus Calw, der Vorfahren aus Nordhausen hatte, ersetzt.

Während des zweiten Weltkrieges blieb die Kirche bis kurz vor Kriegsende intakt. Erst im Zusammenhang mit dem Einmarsch der französischen Truppen wurde das Gebäude durch mehrfachen Artilleriebeschuss schwer beschädigt. Im Giebel klaffte ein großes Loch, die Kanzel war zerstört, die Empore war in Mitleidenschaft gezogen, sämtliche Fenster zerborsten. Die Orgel war mehrfach durchschossen, die Bronzeglocken beschlagnahmt. Bis 1948 konnte das Gebäude größtenteils in Stand gesetzt werden, die Orgel blieb defekt, das Geläut war nach wie vor unvollständig. Erst 1956 erhielt die Kirche neue Glocken und wurde 1962 einer grundlegenden Renovierung unterzogen, dabei wurde eine Sakristei und eine kleine Leichenhalle mit Geräteraum angebaut.

Sehenswert ist der schlichte Innenraum mit der dominierenden Kanzel, die in reformierter Tradition die Predigt als zentraler Bestandteil des Gottesdienstes symbolisiert. Im Juni feiert die Kirchengemeinde den "Waldensersonntag", der an die Ortsgründung erinnert. Zu diesem Anlass ist auch die große französischsprachige Altarbibel zu sehen.

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